Existenzanalytische Psychotherapie

Die Existenzanalyse ist eine phänomenologische Psychotherapierichtung, die auf der Grundlage des Psychologieberufsgesetz (PsyG) vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) akkriditiert ist. 

Im Fokus der Existenzanalyse steht der Dialog des Menschen mit der Welt und mit sich selbst.

Im dialogischen Klärungsprozess werden einerseits die Fähigkeiten, Gefühle und Werte einer Person genauso einbezogen wie die Möglichkeiten und Anforderungen der jeweiligen Lebenssituation.

Als Mensch befinde ich mich an der Schnittstelle zwischen Innen- und Aussenwelt. Damit Leben authentisch gelebt werden kann, bedarf es der Offenheit für die "äussere Realität" und die "innere Realität". 

Gelingt es uns, zu spüren, was für uns gut und wertvoll ist, stellt sich ein inneres Gefühl der Stimmigkeit ein, ich fühle "es macht Sinn".

Im tiefsten Verständnis zielt existenzanalytische Psychotherapie darauf ab, dem Menschen zu helfen, eine eigene innere Zustimmung zu finden, zu dem, was man tut oder nicht tut.

 

Die Existenzanalyse versteht den Menschen als autonomes Wesen, dass sein Leben mitgestalten kann und nicht gänzlich abhängig ist, von äusseren und inneren Einfüssen.

Eine wichtige existentielle Fähigkeit ist die Selbstdistanzierungsfähigkeit,, in dem Sinne, dass ich als Mensch eine Distanz zu erlernten Mustern, psychodynamischen Reaktionen, Bedürfnissen und Emotionen einnehmen kann. 

Das ermöglicht die Freiheit, so oder auch anders entscheiden zu können.

 

In der Existenzanalyse werden 4 Grunddimensionen des Ausgerichtet-Seins auf die Zukunft hin unterschrieden:

Motivation zum psychischen Überleben und zur Daseinsbewältigung.

Motivation zur psychischen Lebenslust und zum Erleben von Wertvollem.

Motivation zur Authentizität und zur Gerechtigkeit.

Motivation zum existenziellen Sinnerleben.

 

Psychisches Leiden kann als fixierte Bewältigungsstrategie verstanden werden, die einem in seinem authentischen Handlungsspielraum  so weit einengt, dass wir es als hindernd und leidvoll erleben.

Es sind sogenannte Muster, die in bestimmten schwierigen Situationen immer gleich ablaufen.

Z.B. Vermeidung von Situationen, die als schwierig erlebt werden oder Erstarrung im Sinne von sprachlos sein bei einer Konfliktsituation.

Die verschiedenen psychischen Symptome geben Auskunft über die fixierten Bewältigungsstrategien welche uns schliesslich am gesunden Lebensvollzug hindern.

Psychische Störungen wie z.B. Ängst, Panik, Depression, Essanfälle.....können als Folge eines blockierten Handlungsspielraumes verstanden werden, die mich daran hindern, eine stimmige Antwort auf das zu finden, was mir von der Welt entgegenkommt. 

 

"Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum.

Dieser Raum enthält unsere Kraft, eine Antwort zu wählen.

In unserer Antwort liegen unser Wachstum und innere Freiheit".

Viktor E.  Frankl